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Magazin bewegen II
  Ausstellungen
 

Willi Sitte - Der nackte Mensch
Suhl, 15. Juli bis 15. Oktober 2006
In Suhl sind jetzt 29 Malereien und 30 Grafiken des DDR-Künstlers Willi Sitte zu sehen. Es ist eine der größten Sitte-Ausstellungen seit 1990.

Willi Sitte in seinem Atelier

Die Stadt Suhl zeigt ab 15. Juli Gemälde und Grafiken von Willi Sitte. Ausgestellt werden Bilder aus allen Schaffensphasen, vor allem aber Werke nach 1989. Die Ausstellung »Willi Sitte – Der nackte Mensch« wolle Anstöße geben, sich nicht nur mit Sitte als Symbol für DDR-Kunst, sondern vor allem mit seinen Bildern auseinanderzusetzen. Die Gemälde Sittes werden bis 13. August im »Haus Philharmonie« gezeigt, die Grafiken bis 15. Oktober in der Galerie im Congress Centrum Suhl.
»Meine Bilder, die sind weg aus den Museen, die sind in den Depots. Deshalb kommen manchmal Leute hier zu uns nach Hause, sonst können sie keinen Sitte mehr sehen.« (Willi Sitte)
Bis heute hält der Streit an, ein Streit darüber, ob sich der Künstler Sitte vom Politiker Sitte abtrennen lässt. Sind seine Bilder unschuldig? Darf ein Museum sie zeigen wie andere Bilder auch? Oder muss Sittes Biografie immer mitpräsentiert werden? (DIE ZEIT, 23.02.2006, Nr.9)
»Zwei Jahre lang wurde in Nürnberg die Ausstellung vorbereitet. In sechs Monaten, zum 80. Geburtstag des Künstlers, sollte die Eröffnung sein. Der Katalog stand vor der Drucklegung, die Geheimhaltung schien perfekt. Aber jetzt, in allerletzter Minute sozusagen, ist der schmutzige Plan doch aufgeflogen. Der Verwaltungsrat des Germanischen Nationalmuseums hat das Projekt fürs erste gestoppt. Denn dieser Künstler, ein gewisser Willi Sitte, war ein berühmter, man wagt es kaum auszusprechen: Maler der DDR! Er bekannte sich zum Kommunismus, auch nach der Wende noch. Er gehörte sogar, wie dem Verwaltungsrat erst jetzt bekannt wurde, dem ZK der SED an, er war Vorsitzender des Verbandes Bildender Künstler, hat manch dissidentischen Künstler unterdrückt und behindert. Willi Sitte war jener Willi Sitte, den man 1994 mit knapper Not am Einzug in die Berliner Nationalgalerie gehindert hatte. Und nun hätte er fast den Sprung nach Nürnberg geschafft! Da sieht man mal, was kommunistische Sabotage noch immer leistet.« DIE ZEIT, Jens Jessen, 01/2001

 

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