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whooshes - Fotobilder


Liegestühle und Sonnenschirme nachts am Strand von Jesolo, Foto f0269-06a, Lido di Jesolo 2001

Whooshes
sind fotografische Bilder, die mit bewegter Kamera aufgenommen werden. Die digitale Fotografie
kommt uns hierbei sehr entgegen. Die Schüler können heute sozusagen fast für null Euro eine
Vielzahl von Versuchen machen, brauchbare Ergebnisse am Rechner optimieren und nachbearbeiten und zu zivilen Preisen auch als Poster printen lassen. Für die Schüler eröffnet sich so ein schneller
und kostengünstiger Weg in die experimentelle, die abstrakte und konkrete Fotografie.
Frühformen künstlerischer wie schulischer ungegenständlicher Bilder waren Fotogramme, in jedem
einfachen schwarz-weiß Foto-(Schul-)Labor standen sie am Anfang fotografischer Beschäftigung.

Bewegung
wird schnell mit Geschwindigkeit assoziiert. Bewegte Bilder rufen rasch den Eindruck von Dynamik
hervor. Der Täuschung, dass bewegte Bilder schnell und mit großer Geste produziert werden, erliegt
der flüchtige Betrachter von gemalter Kunst und von fotografischen Bildern sehr leicht. Dass manchmal
auch der umgekehrte Eindruck entstehen kann, machen die Drippings von Jackson Pollock deutlich.
Eine Vielzahl ausladender Gesten, der Tanz um die Leinwand mit dem Farbkübel, führt eher zu
strukturellen und weitgehend geschlossenen Bildergebnissen.
Paradoxerweise werden die whooshes so fotografiert, dass die Bewegung der Kamera kaum
wahrnehmbar ist. Meist reichen dazu schon die unbewussten Bewegungen der Hand und des
Körpers aus, kombiniert mit einer längeren Belichtungszeit (1/15 Sek. bis mehrere Sekunden).
Je länger die Belichtungszeit um so sorgfältiger sollte die Aufnahme geplant werden. Große
Bewegungen der Kamera oder schnelle Bewegungen des Objekts ergeben meist ziemlich
abstrakte Bilder.


F0096-33, München, 1998, Deutschlandfahne.
Beispiel für ein heftig bewegtes Objekt (Flatternde Fahne). Die bewegte Kamera macht
den Fahnenmast unsichtbar, und die farbige Form steht frei im Raum.


Abstrakte Fotografie, Fotobilder aus den Jahren 1997 bis 1998
Bei obigen Beispielen hat sich entweder das Objekt stark bewegt oder die Kamera. Ohne einen
Hinweis kann man nicht mehr erkennen, wann es sich um das Foto eines Gummibaumes, den
Titel einer Zeitschrift, ein Schaufenster, ein Hallenbad oder um die rotierenden Bürsten einer
Waschanlage handelt.

Motive
Bieten sich überall an und sollten sorgfältig ausgewählt werden. Die Schwierigkeit bei der
Motivwahl liegt darin, den vorgefundenen Formen und Farben eine Bewegung zuzuordnen, die
zu einem optimalen Bildergebnis führt, d.h. zu einem Bild, das kompositorischen und ästhetischen Ansprüchen genügt, das eine Bedeutung transportiert und/oder eine intensive Stimmung vermittelt.
Man muss sich also vor der Aufnahme die technischen Fragen stellen:
- wie überlagern sich die einzelnen Formen bei welcher Bewegung,
- welche Bildteile sollen noch scharf abgebildet werden
- und wie mischen sich die Farben durch die Überlagerung.
Hilfreich wird in diesem Zusammenhang z. B. die Kenntnis der additiven Farbmischung
(Rot und Grün mischen sich zu Gelb) sowie die Vorstellung, dass man mit Licht malt, was
bedeutet, das ein Bildteil, der bereits viel Licht bekommen hat, keine weiteren Informationen mehr
aufnehmen kann.


Brennendes Gras, nach einem Grasobjekt von Ottmar Hörl, Foto f0013-15, München 1997


Bauhaus-Balkone in Tel Aviv, 1999

Beispiele
für relativ abstrakte Fotobilder bis hin zu whooshes mit gut erkennbaren Motiven finden Sie
auf meiner Webseite http://www.whooshes.de.
Hubert Kretschmer

 

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