
hopper.ppt |
Zur praktischen Arbeit eines jeden Schülers
gehört die individuelle Auseinandersetzung mit einem exemplarischen
Hopper-"Vorbild", in einer Variante der Aufgabenstellung
auch die Erkundung ähnlich gestimmter Orte und Räume in
der eigenen Schule, der eigenen Stadt oder zuhause mit und ohne Digitalkamera.
Je nach technischem Vermögen der Schüler und dem zur
Verfügung stehenden Zeitumfang bieten sich verschiedene Themenstellungen
an:
Die Schüler können beispielsweise
- Figuren aus verschiedenen Hopperwerke austauschen oder ergänzen
und so Beziehungen zwischen den Figuren aufbauen und neue Deutungen
einbringen
- sich selbst als Ersatz- oder Zusatzfigur in ein Hopperwerk einmontieren
und sich auf diese Weise hineinversetzen, oder
- ganz eigenständige "hoppereske" Situationen in
ihrem Nahumfeld aufspüren und nach dem Prinzip eines Photo-
oder Filmstills in Szene setzen.
Technik: Medium der bildlichen
Inszenierungen ist die Digitalgrafik, wobei die elementaren Arbeitsschritte
des Freistellens, Einfügens und Anpassens z.B. einer Figur
vor einem neuen Hintergrund in allen gängigen Grafikprogrammen
vorhanden sind.
Die hier gezeigten Bildbeispiele sind mit Photoshop erstellt.
Bemerkung: Hopper gilt
als Hauptvertreter des Realismus in der amerikanischen Malerei des
20. Jahrhunderts und als Maler der amerikanischen Seele. In seinen
Bildern thematisiert er immer wieder Augenblicke voller Melancholie,
voller Blues und Weltversunkenheit - wartende, sitzende Menschen
mit halbabwesendem Blick, vor großräumigen Landschaften,
in belebten und doch verlassen wirkenden Interieurs (Kinos, Diners,
Cafes, Büros, Zugabteilen). Hoppers Menschen kommunizieren
nicht mit ihrem Umraum und doch besteht zwischen beiden eine eigentümliche
Spannung. Nach eigenem Bekunden wurde er stark von der Ästhetik
des "Film Noir" und der sozialdokumentarischen Fotografie
der 30er und 40er Jahre beeinflusst, aber auch von Gedichten der
Französischen Romantiker.
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vermeer.ppt |
Praktische Aufgabenstellung im Rahmen einer Unterrichtseinheit
zur Entwicklung der Genremalerei und des Stilllebens (kunstgeschichtlicher
Längsschnitt, Jg. 11) am Gymnasium Hammelburg war die sorgfältige
Inszenierung von „Tischgesellschaften“ vor der Kamera,
wobei es den einzelnen Arbeitsgruppen freigestellt blieb, wie stark
sie sich an einem bestimmten Vorbild orientieren wollten. Die Auswahl
und Nachbearbeitung der zumeist außerschulisch gestellten Bilder
fand anschließend im Unterricht mit Photoshop statt. Der Zeitaufwand
für das Anfertigen dieser Teamarbeit hängt stark ab von
der angestrebten Totalität und Stimmigkeit der Bildwirkung.
Im vorliegenden Fall wurde der gesamte Raum bis in die Details
hinein sorgfältig ausgestattet, passend dazu Kleidung, Haartracht,
Makeup (inklusive falscher Bart) und Posen gewählt, eine komplexe
Beleuchtung mit mehreren Lichtquellen gesetzt. Spezielle Aufmerksamkeit
wurde der verknüpften Inszenierung mehrerer Bildmotive geschenkt,
so den stilllebenartigen Arrangements der Haushaltsgegenstände,
der Positionierung der Assistenzfigur am linken Bildrand und der
Anordung des Paares vor dem Fenster, das wiederum von einem heimlicher
Verehrer bespitzelt wird...
An zwei Nachmittagen entstanden so mit einer Digitalcamera, Stativ,
Fernsehmonitor und mehrer Scheinwerfer per Selbstauslöser über
100 (!) Variationen zum gewählten Arrangement.
Die Nachbearbeitung des schließlich ausgewählten Bildes
beschränkte sich auf einige wenige Detail-Korrekturen und den
Einsatz eines zusätzlichen Filters. Dazu wurde das Ausgangsbild
in Photoshop als Ebene dupliziert, die neue Ebene mit einem Filter
(Gaußscher Weichzeichner) etwas unscharf gestellt und mit
der unteren Hintergrundsebene „ineinanderkopiert“. Dadurch
wirkt das Licht nochmals weicher, von innen heraus leuchtend, die
Gegenstände erscheinen in ein gemeinsames Fluidum getaucht
und verschmelzen zu einer magischen Vision - ähnlich den „Bildern“,
die in der Laterna Magica oder Camera Obscura auf deren Pergamentschirm
gebannt erscheinen.
Zielsetzung: Sich Hineinversetzen in Situationen,
Versuch der Selbstinszenierung von "Tischgesellschaften"
Technik: An Beispiel "Der
Ungebetene Gast" (Gruppenarbeit):
An zwei Nachmittagen entstanden mit einer Digitalcamera, Stativ,
Fernsehmonitor und mehrer Scheinwerfer per Selbstauslöser über
100 (!) Variationen zum gewählten Arrangement.
Die Nachbearbeitung des schließlich ausgewählten Bildes
beschränkte sich auf einige wenige Detail-Korrekturen und den
Einsatz eines zusätzlichen Filters. Dazu wurde das Ausgangsbild
im Photoshop als Ebene dupliziert, die neue Ebene mit einem Filter
(Gaußscher Weichzeichner) etwas unscharf gestellt und mit
der unteren Hintergrundsebene „ineinanderkopiert“. Dadurch
wirkt das Licht nochmals weicher, von innen heraus leuchtend, die
Gegenstände erscheinen in ein gemeinsames Fluidum getaucht
und verschmelzen zu einer magischen Vision - ähnlich den „Bildern“,
die man in der Laterna Magica oder Camera Obscura auf deren Pergamentschirm
gebannt erscheinen.
Bemerkung: In den letzten Jahren erfreut sich das Werk Johannes
Vermeers wieder wachsender Beliebtheit. Sein schmales Oeuvre (nicht
einmal dreißig Werke können ihm sicher zugeordnet werden)
war zuletzt in einer großen Einzelausstellung zu sehen.
Ein historisch gut recherchierter aktueller Spielfilm („Das
Mädchen mit dem Perlenohrring“, UK/LUX 2003) vermittelt
u.a. Einblicke in die akribische, nahezu obsessive Arbeitsweise
des Meisters, der damals revolutionäre optische Hilfsmittel
wie die “Camera obscura“ zur Bildfindung einsetzte.
Alle Bildgegenstände – einschließlich der dargestellten,
in spontan und doch weltversunken wirkenden Posen verharrenden Personen
- werden einer sorgfältig durchdachten Licht- und Farbregie
unter-worfen. Auf den ersten Blick beiläufige Gegenstände
entpuppen sich bei näherer Betrachtung als virtuose, quasi
einmontierte Still-leben, deren Aura auf die Personen und den gesamten
Raum ausstrahlt. |