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    Mail: Bayerischer Landesbeauftragter für den Computereinsatz im Fach Kunst, Ivan Dusanek  
Materialien zum Thema: "StillLeben - StillSitzen"
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  Autor:Martin Klinkner
Thema: "Stills after Hopper "

hopper.ppt

Zur praktischen Arbeit eines jeden Schülers gehört die individuelle Auseinandersetzung mit einem exemplarischen Hopper-"Vorbild", in einer Variante der Aufgabenstellung auch die Erkundung ähnlich gestimmter Orte und Räume in der eigenen Schule, der eigenen Stadt oder zuhause mit und ohne Digitalkamera.

Je nach technischem Vermögen der Schüler und dem zur Verfügung stehenden Zeitumfang bieten sich verschiedene Themenstellungen an:
Die Schüler können beispielsweise
- Figuren aus verschiedenen Hopperwerke austauschen oder ergänzen und so Beziehungen zwischen den Figuren aufbauen und neue Deutungen einbringen
- sich selbst als Ersatz- oder Zusatzfigur in ein Hopperwerk einmontieren und sich auf diese Weise hineinversetzen, oder
- ganz eigenständige "hoppereske" Situationen in ihrem Nahumfeld aufspüren und nach dem Prinzip eines Photo- oder Filmstills in Szene setzen.


Technik: Medium der bildlichen Inszenierungen ist die Digitalgrafik, wobei die elementaren Arbeitsschritte des Freistellens, Einfügens und Anpassens z.B. einer Figur vor einem neuen Hintergrund in allen gängigen Grafikprogrammen vorhanden sind.


Die hier gezeigten Bildbeispiele sind mit Photoshop erstellt.
Bemerkung: Hopper gilt als Hauptvertreter des Realismus in der amerikanischen Malerei des 20. Jahrhunderts und als Maler der amerikanischen Seele. In seinen Bildern thematisiert er immer wieder Augenblicke voller Melancholie, voller Blues und Weltversunkenheit - wartende, sitzende Menschen mit halbabwesendem Blick, vor großräumigen Landschaften, in belebten und doch verlassen wirkenden Interieurs (Kinos, Diners, Cafes, Büros, Zugabteilen). Hoppers Menschen kommunizieren nicht mit ihrem Umraum und doch besteht zwischen beiden eine eigentümliche Spannung. Nach eigenem Bekunden wurde er stark von der Ästhetik des "Film Noir" und der sozialdokumentarischen Fotografie der 30er und 40er Jahre beeinflusst, aber auch von Gedichten der Französischen Romantiker.

  Autor:Martin Klinkner
Thema: "Tischgesellschaft mit Stillleben nach Vermeer "

vermeer.ppt

Praktische Aufgabenstellung im Rahmen einer Unterrichtseinheit zur Entwicklung der Genremalerei und des Stilllebens (kunstgeschichtlicher Längsschnitt, Jg. 11) am Gymnasium Hammelburg war die sorgfältige Inszenierung von „Tischgesellschaften“ vor der Kamera, wobei es den einzelnen Arbeitsgruppen freigestellt blieb, wie stark sie sich an einem bestimmten Vorbild orientieren wollten. Die Auswahl und Nachbearbeitung der zumeist außerschulisch gestellten Bilder fand anschließend im Unterricht mit Photoshop statt. Der Zeitaufwand für das Anfertigen dieser Teamarbeit hängt stark ab von der angestrebten Totalität und Stimmigkeit der Bildwirkung.

Im vorliegenden Fall wurde der gesamte Raum bis in die Details hinein sorgfältig ausgestattet, passend dazu Kleidung, Haartracht, Makeup (inklusive falscher Bart) und Posen gewählt, eine komplexe Beleuchtung mit mehreren Lichtquellen gesetzt. Spezielle Aufmerksamkeit wurde der verknüpften Inszenierung mehrerer Bildmotive geschenkt, so den stilllebenartigen Arrangements der Haushaltsgegenstände, der Positionierung der Assistenzfigur am linken Bildrand und der Anordung des Paares vor dem Fenster, das wiederum von einem heimlicher Verehrer bespitzelt wird...

An zwei Nachmittagen entstanden so mit einer Digitalcamera, Stativ, Fernsehmonitor und mehrer Scheinwerfer per Selbstauslöser über 100 (!) Variationen zum gewählten Arrangement.
Die Nachbearbeitung des schließlich ausgewählten Bildes beschränkte sich auf einige wenige Detail-Korrekturen und den Einsatz eines zusätzlichen Filters. Dazu wurde das Ausgangsbild in Photoshop als Ebene dupliziert, die neue Ebene mit einem Filter (Gaußscher Weichzeichner) etwas unscharf gestellt und mit der unteren Hintergrundsebene „ineinanderkopiert“. Dadurch wirkt das Licht nochmals weicher, von innen heraus leuchtend, die Gegenstände erscheinen in ein gemeinsames Fluidum getaucht und verschmelzen zu einer magischen Vision - ähnlich den „Bildern“, die in der Laterna Magica oder Camera Obscura auf deren Pergamentschirm gebannt erscheinen.
Zielsetzung: Sich Hineinversetzen in Situationen,
Versuch der Selbstinszenierung von "Tischgesellschaften"

Technik: An Beispiel "Der Ungebetene Gast" (Gruppenarbeit):
An zwei Nachmittagen entstanden mit einer Digitalcamera, Stativ, Fernsehmonitor und mehrer Scheinwerfer per Selbstauslöser über 100 (!) Variationen zum gewählten Arrangement.

Die Nachbearbeitung des schließlich ausgewählten Bildes beschränkte sich auf einige wenige Detail-Korrekturen und den Einsatz eines zusätzlichen Filters. Dazu wurde das Ausgangsbild im Photoshop als Ebene dupliziert, die neue Ebene mit einem Filter (Gaußscher Weichzeichner) etwas unscharf gestellt und mit der unteren Hintergrundsebene „ineinanderkopiert“. Dadurch wirkt das Licht nochmals weicher, von innen heraus leuchtend, die Gegenstände erscheinen in ein gemeinsames Fluidum getaucht und verschmelzen zu einer magischen Vision - ähnlich den „Bildern“, die man in der Laterna Magica oder Camera Obscura auf deren Pergamentschirm gebannt erscheinen.
Bemerkung: In den letzten Jahren erfreut sich das Werk Johannes Vermeers wieder wachsender Beliebtheit. Sein schmales Oeuvre (nicht einmal dreißig Werke können ihm sicher zugeordnet werden) war zuletzt in einer großen Einzelausstellung zu sehen.

Ein historisch gut recherchierter aktueller Spielfilm („Das Mädchen mit dem Perlenohrring“, UK/LUX 2003) vermittelt u.a. Einblicke in die akribische, nahezu obsessive Arbeitsweise des Meisters, der damals revolutionäre optische Hilfsmittel wie die “Camera obscura“ zur Bildfindung einsetzte.

Alle Bildgegenstände – einschließlich der dargestellten, in spontan und doch weltversunken wirkenden Posen verharrenden Personen - werden einer sorgfältig durchdachten Licht- und Farbregie unter-worfen. Auf den ersten Blick beiläufige Gegenstände entpuppen sich bei näherer Betrachtung als virtuose, quasi einmontierte Still-leben, deren Aura auf die Personen und den gesamten Raum ausstrahlt.